Die Familie Rohde ist eine ursprünglich aus Ostpreußen stammende Familie, deren genealogische Wurzeln bis in das 14. Jahrhundert zurückreichen. Die historische Überlieferung steht in engem Zusammenhang mit der Siedlungspolitik des Deutschen Ritterordens.
Die früheste bekannte Erwähnung der Familie geht auf das Jahr 1372 zurück. In einer Belehnungsurkunde wird berichtet, dass ein Jacob „der Roder“ vom Deutschen Ritterorden mit der Gründung des Ortes Neuendorf südlich der Burg- und Stadtanlage Rastenburg beauftragt wurde. Als Gegenleistung erhielt er das sogenannte Erbschulzenrecht, ein erbliches Amt mit Verwaltungs- und Gerichtsaufgaben innerhalb der Dorfgemeinschaft.
Dieses Erbschulzenrecht blieb über mehrere Jahrhunderte hinweg in direkter Erblinie innerhalb der Familie Rohde und wurde bis zum Jahr 1868 ausgeübt. Mit dem Tod des kinderlosen Erbschulzen Rudolf Rohde endete diese Tradition in Neuendorf.
Im Jahr 1936 gründeten Nachkommen von Jakob Rohde (1763–1819), dem ältesten Sohn des Neuendorfer Erbschulzen Johan Rohd (Variation der Schreibweise), in Königsberg den Familienbund Rohde. Der Zusammenschluss erfolgte in Form eines nicht eingetragenen Vereins.
Obwohl Jakob Rohde noch mehrere Geschwister hatte, wurde er als Stammvater des Familienbundes bestimmt. Maßgeblich hierfür war die große Nachkommenschaft seiner Linie besonders der beiden Söhne Gottlieb Rohde (1788–1869), Besitzer des Gutes Woduhnkeim Benjamin Rohde (1802–1875), Besitzer des Gutes Trosienen.
Die Mitglieder stammten überwiegend aus landwirtschaftlich geprägten Familien, deren Besitzungen vor allem im Landkreis Bartenstein lagen, vereinzelt jedoch auch in den angrenzenden Kreisen Preußisch Eylau und Rastenburg. Bereits vor der offiziellen Gründung bestanden enge verwandtschaftliche Beziehungen, die regelmäßig gepflegt wurden. Insgesamt entwickelten sich daraus 19 Stämme, die in der Familienchronik von Heinz-Gerhard Rohde aus dem Jahr 1979 dokumentiert sind.
Forschung und Überlieferung
Die genealogische Erforschung der Familie ist bis heute nicht abgeschlossen. Bereits Heinz-Gerhard Rohde wies 1979 darauf hin, dass seine Chronik keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe, da lediglich nur ein Zweig der Familie und der auch nicht vollständig bearbeitet wurde und somit weitergehende Erkenntnisse gewonnen werden können. Diese Einschätzung hat sich zwischenzeitlich auch bestätigt. Die Nachkommenschaft des zweiten Sohnes von Jakob, Friedrich Rohde (1793–1854) wurde zu seiner Zeit nicht weiterverfolgt, da sie nicht Landwirte waren. Diese Linie aber wurde von einer anderen Familienforscherin 2008 aufgearbeitet.
Die vorhandenen Dokumente der Familie, darunter Stammbäume und Berichte, sind im sogenannten Depositen Rohde in der Universitätsbibliothek Marburg archiviert. Sie stehen für wissenschaftliche Zwecke nach Zustimmung des Vorstands des Familienbundes zur Einsicht zur Verfügung.